Gerstengras: Nahrungsergänzung im Fokus


Gerstengras? Die meisten Menschen schütteln wohl auf die Frage, ob sie Gerstengras kennen, den Kopf. Gerstengras ist ein sogenanntes Superfood oder natürliche Nahrungsergänzung, denen aufgrund der Forschungen des Japaners Dr. Yoshihide Hagiwara eine einzigartig ausgewogene Nährstoffzusammensetzung nachgesagt wird. Nachfolgend ein Bericht über die Anwendung dieser Pflanze samt kritischen Gesichtspunkten. 

Das erwartet Sie im nachfolgenden Artikel:

Gerstengras-Saft und Pulver: Nahrungsergänzung im Fokus
Gerstengras-Saft und Pulver: Nahrungsergänzung im Fokus

Wirkt Nahrungsergänzung, wie Gerstengras, oder wirkt sie nicht?

In seinem Artikel «Wie gesund ist Gerstengras oder Weizengras?» bezweifelt ndr.de, dass Gerstengras- oder Weizengraspulver fünfmal so viel Eisen wie Spinat und siebenmal so viel Vitamin C wie Orangen enthielten. Mehr Vitamine oder Mineralstoffe als frisches Obst und Gemüse hätte pulverisiertes Gras laut dem Artikel nicht.

Neben oben genanntem Gerstengraspulver gibt es allerdings noch das Gerstengras-Saftpulver. Saft hat keine Fasern und Ballaststoffe, dafür mehr Nähr- und Vitalstoffe.

Mehr dazu im folgenden Artikel.

Es ist sehr richtig, frisches Obst und Gemüse auf den täglichen Ernährungsplan zu setzen. Genauso wie es richtig und wichtig ist, bei der Einnahme von Medikamenten, je nach Krankheit, auch den Lebenswandel entsprechend umzustellen. Das gleiche gilt auch für Nahrungsergänzungen. Den «Zaubertrank», der schnell, einfach und ohne Nebenwirkungen heilt, gibt es leider nur in den Märchen.

Im Artikel «Nahrungsergänzungsmittel: Sinnvoll oder sinnlos», Magazin aktuell der Krankenversicherung swica steht,

  • dass die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln sinnvoll ist, wenn der Körper gewisse Nährstoffe nicht ausreichend aufnehmen kann.

Auch in besonderen Lebensphasen wie

  • bei Schwangerschaft,
  • im Alter oder
  • bei Leistungssportlern und
  • bestimmten Ernährungsgewohnheiten (vegetarisch oder vegan)

sind Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll.

Gesundheit vielseitig unterstützen

Seit Corona (oder schon vorher?) wissen wir: Gegen Krankheiten gibt es in der Regel nicht nur eine Massnahme. Der deutsche Biochemiker, Systemforscher, Umweltexperte, Universitätsprofessor und Autor Frederic Vester weist im Buch «Die Kunst vernetzt zu denken» (Ein Bericht an den Club of Rome) immer wieder auf die komplexen Zusammenhänge von Umwelt, Arbeit und Gesundheit hin. So definiert er zum Beispiel Krebs als eine typische Systemkrankheit.

Unter diesem Aspekt muss die Wirkung sowohl von Nahrungsergänzungen als auch von Medikamenten ins richtige Licht gestellt werden.

Medikamente und Nahrungsergänzungen müssen spezifisch gewählt und genau dosiert werden, weil sie bei jedem Menschen unterschiedlich wirken.

Medikamente und Nahrungsergänzungen wirken bei jedem Menschen unterschiedlich
Medikamente und Nahrungsergänzungen wirken bei jedem Menschen unterschiedlich

Nahrungsergänzung richtig verstehen

Gerstengras ergänzt unsere Nahrung und macht sie grundsätzlich reicher. Denn Manches kann durch einseitige Kultivierung und starke Verarbeitung von Lebensmitteln verloren gehen.

Wussten Sie, dass junge Buchenblätter im Frühling einen erfrischend säuerlichen Salat ergeben? Oder dass bei Sandwiches Salat mit Buchenblättern ersetzt werden können? (Quelle: «Die Buche, Königin der Wälder», Zeitschrift NATURA HELVETICA, Ausgabe Dez/Jan 21/22)

Nahrungsergänzung darf dank einzigartiger Zusatzstoffe als Bereicherung unseres Menüplans und als Stärkung unserer Abwehr in herausfordernden Zeiten verstanden werden.

Herstellung im Auge behalten

Laut ndr.de ist die Herkunft der pulverisierten Gräser oft nicht eindeutig nachverfolgbar. Kritisiert wird, dass unklar sei, was in den Erzeugerländern als biologischer Anbau definiert wird. Es sei nicht auszuschliessen, dass die Gräser mit Pflanzenschutzmitteln behandelt würden oder dass der Boden mit Schwermetallen belastet sei. Konkrete Beispiele nennt ndr.de keine.

Der Superfood-Vertreiber Vitapower im bernischen Thörigen weiss um die Wichtigkeit von zuverlässigen Lieferanten. Das Unternehmen schreibt auf seiner Webseite zum Thema Gerstengras:

«Dieses Naturprodukt überzeugte uns in Bezug auf Qualität und Inhaltsstoffe – wir haben verschiedene andere verglichen. Unser Gerstengras und Alfalfa wachsen in gesunden, mineralienreichen und natürlich gedüngten Böden Utahs (USA), fernab von Zivilisation und Umweltverschmutzung. Durch die klimatischen Bedingungen (über 1000 Meter über Meer, rund 320 Sonnentage im Jahr) wächst das Gerstengras langsam und nimmt so reichlich Mineralien aus dem vulkanischen Boden auf.» (Quelle: vitapowershop.ch: Gerstengras-Saftpulver)

Unterschied Gerstengras-Pulver und Gerstengras-Saftpulver

Wer Gerstengras nicht kennt, dem kann schon mal eine Verwechslung passieren. Darum hier die wichtigen Unterschiede zwischen Graspulver und Saftpulver.

  • Graspulver (Heupulver) = Gerstengras getrocknet, dann gemahlen. Dieses Pulver schwimmt beim Einrühren obenauf. Ist oft hell, hat meist v.a. Faserstoffe = gut für die Verdauung, dafür weniger Vitalstoffe.
  • Saftpulver = Gerstengras wird sofort nach Ernte schonend bei Raumtemperatur gepresst, dann unter 40 Grad Celsius sprühgetrocknet. Gerstengras-Saftpulver hat eine dunkle, kräftige Farbe und steckt voller Vitalstoffe.

Gerstengrassaft und -pulver anwenden

«Wie hilft Gerstengras?», «Wie verwendet man es?», «Welche Vitamine hat Gerstengras?» «Hat Gerstengraspulver Nebenwirkungen?». Nachfolgend die wichtigsten Infos.

Saftpulver hat mehr Nährstoffe, Gräser sind reich an Ballaststoffen und unterstützen in der richtigen Menge die Verdauung (zu viel Graspulver kann zu Bauchschmerzen führen).

Gerstengras reguliert den Säure-Basen-Haushalt im Körper. Zudem können Inhaltsstoffe wie Proanthocyanidine den Schutz und den Wiederaufbau von Hautzellen unterstützen.

Im Gerstengras befinden sich zahlreiche Vitamine (A, B1, B2, B3, B6, B12, C, E und K) und Mineralstoffe. Mit einem hohen Anteil an Eisen, Zink, Calcium und Magnesium.

Wenn Sie Gerstengras in Ihren Ernährungsplan aufnehmen, achten Sie vorzugsweise auf qualitativ hochwertige Produkte, bei denen vom Verkäufer entsprechende Angaben zum Herstellungsort und Lieferanten gemacht werden.

Um herauszufinden, ob und wie etwas wirkt, lohnt sich ein Test. Denn individuelle Menschen reagieren einzigartig.

Weil Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel gegenseitige Wechselwirkungen erzeugen können, sollten Schwangere oder Immunschwache Rücksprache mit ihrem Arzt nehmen – und sei es nur, um die passende Dosis zu definieren.


Autor und redaktionelle Leitung buch-tipps.ch

Andreas Räber, GPI-Coach, Wetzikon
Andreas Räber, GPI-Coach, Wetzikon

Andreas Räber ist GPI®-Coach, sowie Autor von zahlreichen Blogs, Fachartikeln und Kurzgeschichten aus den Bereichen Beruf, Gesundheit und Leben. Er gehört zu den Menschen die Nahrungsergänzung aus persönlicher Überzeugung in seine Ernährung integriert haben.