Gartenplanung für kleine Gärten

Jasmin Taher

Naturparadies auf kleinstem Raum schaffen

Unsere Gartennachbarn mussten aus gesundheitlichen Gründen schweren Herzens ihren geliebten Naturgarten abgeben. Sie sind ins betreute Wohnen gezogen. Statt einem 6 Are grossen Naturrefugium mit vielen Bäumen, Sträuchern und Büschen, wohnen sie nun in einer kleinen Wohnung mit Balkon. Mein Sohn und ich haben uns überlegt, wie wir helfen können, dort so viel «Natur» wie möglich anzulocken. Daraufhin haben wir ein grosses Insektenhotel gebaut, ein paar blühende Blumen gekauft und hingebracht.

Insektenhotels und Nisthilfen selber bauen

Es gibt gute Insektenhotels fertig zu kaufen, man kann solche Nisthilfen aber auch mit einfachen Mitteln selbst bauen:

  • Löcher in Holzblock oder Baumstamm bohren:
    Für Insektenarten, die im Holz nisten, kann man in gut abgelagertes Hartholz Löcher mit verschiedenen Durchmessen von circa 2 bis 10 mm bohren. Dabei sollten die Gänge quer zur Faser angelegt werden und möglichst weit ins Holz reichen. Das Holz sollte nicht komplett durchbohrt werden, sodass die Gänge hinten verschlossen bleiben.
  • Steilwände mit Lehm herstellen:
    Viele Insekten nutzen Lehm oder Erde, um dort ihre Nester zu graben. Nisthilfen für solche Arten kann man herstellen, indem man Holzkisten, alte Vogelhäuschen oder leere Büchsen mit feuchter Erde, Lehm oder einem Sandgemisch füllt und trocknen lässt. In das feuchte Material kann man mit einem Stöckchen Gänge bohren, manche Bienen- oder Wespenarten bevorzugen es jedoch, ihre Gänge selbst zu graben.
  • Hohle oder markhaltige Stängel:
    Andere Insektenarten nisten am liebsten in Hohlräumen von Pflanzenstängeln. Bienenhotels für solche Bewohner kann man einfach herstellen, indem man hohle oder markhaltige Stängel, wie z. B. Schilf, Bambusstangen, Stiele von Stauden oder Äste von Holunder, Brombeeren oder Disteln verwendet. Die Hohlstängel werden so geschnitten oder abgesägt, dass der Hohlraum nach hinten verschlossen ist. Alternativ kann man die Halme hinten mit Lehm oder Ton verschliessen. Die Schnittkante an der vorderen Öffnung sollte möglichst glatt und nicht fransig sein. Die Stängel oder Halme werden dann in kleine Kisten, leere Büchsen gebündelt oder in Backsteine gesteckt.

Gartenplanung für kleine Natur-Gärten

Anbringen von Insekten- und Bienenhotels

Insekten- oder Bienenhotels sollten so installiert werden, dass sie so sonnig und trocken wie möglich gelegen sind. Die Eingänge sollten witterungsgeschützt sein und in Richtung Süden oder Südosten zeigen. Nisthilfen, die mit Stängeln gefüllt sind, sollten eventuell mit Hasendraht geschützt werden, damit Vögel keine einzelnen Halme herausziehen können.

Futterpflanzen für Wildbienen

Um Wildbienen und Schmetterlinge anzulocken, siedelt man optimalerweise viele verschiedene blühende Futterpflanzen an. Die verschiedenen Gewächse sollten so gewählt werden, dass sie während der gesamten Wachstumsperiode Nahrung bieten. Frühblüher, die bereits im Frühling blühen und gerne von Bienen und Hummeln angeflogen werden, sind beispielsweise Krokusse, Blausternchen, Sternhyazinthen und Lungenkraut. Über den Sommer bieten blühende Blumenwiesen reichlich Blüten und Nahrung. Beim Gärtner und im Fachhandel gibt es entsprechend gemischtes Saatgut speziell für Bienenweiden oder -wiesen zu kaufen. Beim Kauf sollten Sie darauf achten, dass es sich um heimische Pflanzen- und Blumenarten handelt. Im Herbst blühen Zitronenmelisse, Sonnenauge, Herbstastern, Chrysanthemen sowie Efeu und ziehen so zahlreiche nektartrinkende Fluginsekten an.

Naturparadies auf kleinstem Raum

Das Bienenfutter lässt sich sowohl im Balkonkasten aber auch in kleinen Vorgärten pflanzen. Am besten gedeihen Bienenwiesen ohne besondere Düngung auf mageren Böden. Selbst auf kleinem Raum können Sie ein Naturrefugium für Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und andere Fluginsekten schaffen.

Wenn wir am Balkon unserer ehemaligen Gartennachbarn vorbeikommen, freuen wir uns, wenn wir sehen, wie zahlreiche summende Bienen und Hummeln die Blumen auf dem Balkon besuchen, um Nektar zu sammeln. Und noch mehr freuen wir uns, wenn unser Freund auf dem Balkon sitzt, sein kleines Naturparadies beobachtet und uns zurückwinkt.

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