Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert – Joël Dicker

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Joel Dicker - Die Wahrheit über den Fall Harry QuebertEs ist der Aufmacher jeder Nachrichtensendung. Im Garten des hochangesehenen Schriftstellers Harry Quebert wird eine Leiche entdeckt. Und in einer Ledertasche direkt daneben: das Originalmanuskript des Romans, mit dem er berühmt geworden ist.

Es stellt sich heraus, dass es sich bei der Leiche um die sterblichen Überreste der vor 33 Jahren verschollenen Nola handelt. Quebert gibt zu, ein Verhältnis mit ihr gehabt zu haben. Der Skandal ist perfekt. Quebert wird verhaftet und des Mordes angeklagt. Der einzige, der zu ihm hält, ist sein ehemaliger Schüler und Freund Marcus Goldman, inzwischen selbst ein erfolgreicher Schriftsteller. Überzeugt von der Unschuld seines Mentors – und auf der Suche nach einer Inspiration für seinen nächsten Roman – fährt Goldman nach Aurora, einem kleinen Städtchen in den USA, und beginnt auf eigene Faust im Fall Nola zu ermitteln …

Roman. Ausgezeichnet mit dem Prix littéraire de la vocation Bleustein-Blanchet 2012 und dem Grand prix du roman de l’Académie française

Einschätzung

Es ist ein Buch über das vielseitige Erleben der Liebe. Die Geschichte zeigt zudem auch deutlich auf, wie wir Menschen uns oft missverstehen, wie die Sucht nach Ansehen zerstörrerisch werden kann, wie Schamgefühle Aufklärung verhindern, wie Menschen Wahrheiten nicht wahrhaben wollen und mit katastrophalen Massnahmen ins Geschehen eingreifen und vieles mehr.

Die Geschichte fasziniert! Nach den ersten paar Seiten fällt man geradezu in einen Rausch und will wissen, was wirklich passiert ist und wer der wahre Mörder ist. Dicker führt einem durch zahlreiche Gerüchte, deckt menschliche Schwächen gnadenlos auf, lässt einem laufend neue Aha-Erlebnisse durchleben und spielt manchmal ein bisschen zu viel mit den Lesern. Am Ende hat man genug von der Geschichte. Zurück bleibt auch das Gefühl, dass sich die ganze Story auch auf 400 Seiten hineinpacken liesse und dafür weniger neue Erkenntnisse und vor allem Verdächtige vorgelegt werden. Weniger wäre mehr gewesen und hätte mehr Glaubwürdigkeit ermöglicht. Nichts desto trotz, die Spannung packt und lässt Leser nicht mehr los. Die Protagonisten überzeugen mit ihren Dialogen und Handlungen.

Faszinierender Nebeneffekt: Dicker hat spannende Hintergrundinformationen was man als Schriftsteller wissen muss, in den Roman eingebaut. Es geht um die Überprüfung der Quellen, um das Beschreiben von eigenen Überzeugungen, um das Durchhalten und vieles mehr. Schon alleine darum, lohnt es sich «Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert» zu lesen.

Fazit: Ein lesenswertes Buch für alle, die sich von einem hochspannenden Kleinstadtkrimi mitreissen lassen möchten.

Rezension: Andreas Räber, GPI®-Coach

Weitere Bücher von Joël Dicker

  • Die Geschichte der Baltimores
  • Das Verschwinden der Stephanie Mailer
  • Les derniers jours de nos pères

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Elke Heidenreich im LC über Joël Dicker, Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert

Drei Lesetipps, Rubrik Belletristik